Kupferball entfernen lassen: Gründe und GyneFIX® danach
1. Was ist der Kupferball und wie wirkt er?
2. Warum den Kupferperlenball als Verhütungsmittel wechseln?
2.1 Nebenwirkungen des Kupferballs: Ärztlich beraten lassen
2.2 Pearl-Index Kupferball vs. Kupferkette GyneFIX®
3. Was muss ich beim Entfernen des Kupferballs beachten?
3.1 Warum möchte ich den Kupferball entfernen lassen?
3.2 Wie möchte ich anstatt des Kupferperlenballs verhüten?
4. Direkter Wechsel von Kupferball zu GyneFIX®: Ablauf
4.1 Was sagen Frauen, die vom Kupferball zur Kupferkette gewechselt sind?
Der Kupferball (auch Kupferperlenball genannt) kann verrutschen, herausfallen oder emotionalen Stress verursachen. 2,1 % der GyneFIX®-Anwenderinnen haben genau deshalb den Wechsel zur Kupferkette bereits vollzogen ›› Erfahrungsberichte lesen. Die Entfernung dauert wenige Minuten und direkt danach kann die Kupferkette eingesetzt werden, die dich langfristig schützt.
Was ist der Kupferball und wie wirkt er?
Der Kupferball Ballerine® ist ein hormonfreies Verhütungsmittel auf Kupferbasis. Er wird in die Gebärmutterhöhle gelegt und wirkt ähnlich wie die klassische Kupferspirale. Der Kupferball besteht aus einem elastischen Faden mit Formgedächtnis, auf dem mehrere kleine Kupferperlen aufgefädelt sind. In der Gebärmutter formt sich dieser Faden zu einer Kugel. Die Kupferperlen geben dann kontinuierlich Kupferionen in die Gebärmutter ab, wodurch die folgende verhütende Wirkung erreicht wird:
Die kontinuierlich freigesetzten Kupferionen beeinträchtigen die Beweglichkeit der Spermien. Die Fähigkeit der Spermien, sich fortzubewegen, wird so weit eingeschränkt, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Eizelle zu befruchten.
Spermien, die sich nicht bewegen, sind einer Befruchtung nicht mehr fähig.
Das Kupfer des Kupferballs verändert den Zervixschleim so, dass es den Spermien zusätzlich erschwert wird, die Gebärmutter zu erreichen und in diese einzudringen. Die Zähflüssigkeit des Schleims schränkt die Spermien zusätzlich in ihrer Beweglichkeit ein und wirkt als eine mechanische Barriere der Fortbewegung.
Die Kupferionen des Kupferperlenballs beeinflussen die Gebärmutterschleimhaut. Die veränderte Beschaffenheit an der Schleimhaut macht es der Eizelle unmöglich, sich dort einzunisten. Sollte es demnach doch zu einer Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium gekommen sein, wird schlussendlich hier die Einnistung der befruchteten Eizelle verhindert.
Warum den Kupferperlenball als Verhütungsmittel wechseln?
Zur Sicherheit des Kupferballs gibt es nur wenige wissenschaftlich fundierte Daten, und diese stammen überwiegend vom Hersteller selbst. Die deutsche DGGG-Leitlinie bewertet die Datenlage als schwach und nennt Hinweise auf ein potenziell hohes Risiko, dass der Ball ausgestoßen wird.⁴ Laut Herstellerdaten wird der Kupferball bei etwa 3 bis 4 von 100 Anwenderinnen ausgestoßen (3,5 % in den Real-World-Daten, 3,3 % in einer Auswertung von über 111.000 Einlagen).²³ Die Gebrauchsinformation nennt als Obergrenze <5 von 100 Frauen.¹ Eine Ausstoßung des Kupferballs passiert hierbei meist früh, durchschnittlich nach etwa 7 Wochen nach der Einlage.³
Diese Unsicherheit des Kupferperlenballs kann sich auf das Sexleben auswirken, wenn die Gedanken ständig um die Verhütung kreisen. Zudem wäre eine ungewollte Schwangerschaft für viele Frauen sehr belastend, weshalb eine zuverlässigere Verhütungsmethode unabdingbar ist. Wie sicher welche Verhütungsmethode tatsächlich ist, erklären wir dir ausführlich in unserem Artikel Pearl-Index: Verlässlichkeit von Verhütungsmitteln erklärt.
„Nach 4,5 Jahren ist der Ball herausgefallen, ohne Schmerzen, ohne ersichtliche oder pathologische Gründe. Ich hatte ihn damals gewählt, da er nicht verankert werden musste. Inzwischen sehe ich das anders.“
Erfahrungsbericht aus 2022
Nebenwirkungen des Kupferballs: Ärztlich beraten lassen
Der Kupferball kann in den ersten Monaten nach der Einlage zu stärkeren und längeren Monatsblutungen, Zwischenblutungen sowie Krämpfen und Unterleibsschmerzen führen. Diese Symptome nehmen in der Regel jedoch nach einigen Monaten wieder ab. Seltener treten ernstere Komplikationen wie Infektionen im Beckenbereich (PID), Ausstoßungen des IUB (Intrauterine Ball), Perforationen oder eine operative Entfernung auf. Außerdem können Anämie, allergische Reaktionen, Rückenschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie Beschwerden des Partners durch die Fäden vorkommen. Wir entnehmen diese Informationen der Packungsbeilage des Ballerine® (Download).
Im Vergleich dazu wird die Kupferkette GyneFIX® als IUD (Intrauterine Device) aufgrund ihres kleinen, flexiblen Designs meist als besser verträglich erlebt. Auch hier sind anfangs stärkere Blutungen und Krämpfe möglich, langfristig berichten viele Nutzerinnen jedoch über ein natürlicheres Blutungsmuster und weniger dauerhafte Beschwerden als bei starren oder kugelförmigen Kupfersystemen wie dem Kupferball oder der klassischen Kupferspirale. Darüber hinaus schützt sie dich nach der Einlage für bis zu 10 Jahre und verfügt über ein ausgezeichnetes Kostenprofil, berechnet auf die monatlichen Kosten über den gesamten Anwendungszeitraum hinweg. Mehr Information dazu auf dieser Seite.
Mit unserem Praxisfinder kannst du eine GyneFIX®-Praxis in deiner Nähe suchen, in der dich eine geschulte Ärztin oder ein geschulter Arzt ausführlich beraten kann.
Pearl-Index Kupferball vs. Kupferkette GyneFIX®
| Kriterium | Kupferkette GyneFIX® | Kupferball |
|---|---|---|
| Pearl-Index laut Fachübersicht (2018) | 0,1 bis 0,5 | 0,5 bis 0,7 |
| Aufbau | Kupferhülsen aufgreiht auf einem chriurgischen Faden; im Muskelgewebe der Gebärmutter verankert; rahmenlos | Kugelförmiger Rahmen mit aufgefädelten Kupferperlen; Formgedächtnis |
Erklärung: Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Verhütung schwanger werden. Die Werte stammen aus unterschiedlichen Studien und lassen sich deshalb nicht direkt gegeneinander aufrechnen. Die DGGG-Leitlinie hält den Pearl-Index für ungenau und nennt stattdessen die Rate ungewollter Schwangerschaften im ersten Anwendungsjahr. Für Kupferspiralen mit mindestens 300 mm² Kupferoberfläche liegt sie bei typischer Anwendung zwischen 0,1 und 1 von 100 Frauen.
Quellen: Tramontana A. (2018), Journal für Gynäkologische Endokrinologie 28:158 bis 161; DGGG-Leitlinie Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung (AWMF 015-095, Version 1.1)
Stand: Oktober 2026 | Hinweis: Diese Tabelle ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte sprich mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen über die für dich geeignete Verhütungsmethode. Fragen zur Kupferkette GyneFIX® kann eine im Praxisfinder gelistete Praxis am verlässlichsten beantworten. Dort betreuen Ärztinnen und Ärzte regelmäßig GyneFIX®-Patientinnen und können dich auf Basis dieser Erfahrung individuell beraten.
Was muss ich beim Entfernen des Kupferballs beachten?
Viele Frauen möchten heutzutage bewusst und im Einklang mit ihrem natürlichen Zyklus verhüten und diesen nicht mit Hormonen beeinflussen oder unterdrücken. Dieser positiven Einstellung gegenüber Verhütung ohne Hormone kommt der Kupferperlenball entgegen. Aufgrund der Nebenwirkungen oder Unsicherheit bezüglich der Verlässlichkeit entscheiden sich Frauen dennoch für einen Wechsel hin zu einem alternativen Verhütungsmittel auf Kupferbasis.
Nach der Entfernung ist der Empfängnisschutz sofort aufgehoben. Wenn du nicht schwanger werden möchtest und sexuell aktiv bist, solltest du unmittelbar eine andere Verhütungsmethode anwenden oder dich am besten schon vor dem Termin für eine Alternative wie die Kupferkette GyneFIX® entscheiden. Gegenbefalls kannst du dir diese im selben Termin einsetzen lassen und einen nahtlosen Übergang ohne Verhütungslücke gestalten. Um den optimalen Zeitpunkt für dich bestimmen zu können, solltest du dir vorab ein paar Fragen stellen:
Warum möchte ich den Kupferball entfernen lassen?
Die folgenden Parameter gehören zu den häufig genannten Beweggründen für die Entfernung des Kupferballs:
- Nebenwirkungen
Du leidest mit dem Kupferperlenball unter starken Nebenwirkungen? Dann solltest du tatsächlich über einen Wechsel hin zu einem alternativen Verhütungsmittel nachdenken, um diese Probleme zu beheben. Wichtig ist hier, dass du dir Gedanken über deine zukünftige Verhütung machst, bevor du dir den Kupferball entfernen lässt. Am besten besprichst du deine Nebenwirkungen mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt in Ruhe und kümmerst dich mit ihr oder ihm gemeinsam, um deine nächste Verhütungsmethode, die optimal zu dir passt, und du nichts, was dich beeinträchtigt, in kauf nehmen musst. Falls es sich bei deiner Frauenarztpraxis, um eine GyneFIX® Praxis handelt, kann dir auf Wunsch gleich nach dem Entfernen des Kupferballs, die Kupferkette eingesetzt werden.
Um sicherzugehen, dass du keine Verhütungslücke hast, solltest du mit dem Entfernen des Kupferballs bis zu 5 Tage nach dem letzten ungeschützten Geschlechtsverkehr abwarten.
- Unsicherheit
Du fühlst dich nicht sicher und hast große Sorge davor, dass der Kupferball verrutscht oder nicht sicher wirkt und somit eine Schwangerschaft zu riskieren? Sei dir bewusst: Kein Verhütungsmittel bietet 100 % Sicherheit. Regelmäßige Kontrollen der richtigen Lage des Kupferperlenballs in der gynäkologischen Praxis können helfen, sich sicherer zu fühlen. Möchtest du das Verhütungsmittel trotzdem wechseln, so gibt es vielerlei Alternativen, die sehr zuverlässig sind und dennoch die gleichen Vorteile wie der Kupferball bieten.
Lies dazu gerne unsere GyneFIX® Broschüre
- Kinderwunsch
Möchtest du schwanger werden, so kannst du den Kupferperlenball jederzeit vor Ablauf der 5 Jahre in der gynäkologischen Praxis entfernen lassen. Eine Schwangerschaft ist dann theoretisch sofort wieder möglich. Genau wie bei jedem anderen hormonfreien Verhütungsmittel, das keinerlei Wirkstoffe in den Blutkreislauf abgibt, sind dein Zyklus und deine Fruchtbarkeit nicht beeinflusst.
„Ich kann mich beim Sex nicht entspannen“
Dieser Aspekt geht mit der Unsicherheit Hand in Hand. Bist du dir unsicher, kannst du zusätzlich anderweitig verhüten. Ist die emotionale Belastung zu groß und nimmt dir die Leichtigkeit und vielleicht sogar Lust am Sex, so ist der Wechsel zu einem anderen Verhütungsmittel jedoch ratsam. Die Ursache für solche Unsicherheit kann natürlich auch woanders liegen und sollte entsprechend abgeklärt werden.
Vier häufige Gründe führen zum Entfernen des Kupferballs. 1. Nebenwirkungen: Starke Nebenwirkungen sind ein häufiger Grund, vorher sollte eine neue Verhütungsmethode gemeinsam mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt geklärt werden, in einer GyneFIX-Praxis kann die Kupferkette direkt nach dem Entfernen eingesetzt werden, und mit dem Entfernen sollte bis zu 5 Tage nach dem letzten ungeschützten Geschlechtsverkehr gewartet werden. 2. Unsicherheit: Kein Verhütungsmittel bietet 100 Prozent Sicherheit, regelmäßige Lagekontrollen in der Praxis können mehr Sicherheit geben, und es gibt zuverlässige Alternativen mit ähnlichen Vorteilen wie der Kupferball. 3. Kinderwunsch: Der Kupferball kann jederzeit vor Ablauf der 5 Jahre entfernt werden, eine Schwangerschaft ist danach theoretisch sofort möglich, und Zyklus sowie Fruchtbarkeit sind durch das hormonfreie Verhütungsmittel nicht beeinflusst. 4. Emotionale Belastung beim Sex: Dieser Punkt hängt oft mit Unsicherheit zusammen, bei starker emotionaler Belastung ist ein Wechsel ratsam, und die Ursache sollte ärztlich abgeklärt werden. Infografik von verhueten-gynefix.de.
Warum den Kupferball entfernen lassen?
Die häufigsten Gründe im Überblick
KI-unterstützt erstellt
Wie möchte ich anstatt des Kupferperlenballs verhüten?
Die Suche nach einer Verhütungsmethode ist eine sehr persönliche und besonders heutzutage fällt es vielen Frauen schwer, eine passende Methode für sich zu finden. Dabei war das Angebot noch nie so groß wie heute. Obwohl die Wahl von vielen individuellen Faktoren abhängt, gibt es ein paar Grundfragen, die dir bei der Wahl helfen können, deine Auswahl einzugrenzen:
Die Beantwortung dieser Frage wird dir dabei helfen, deine Auswahl erheblich einzugrenzen. In dieser Entscheidung spielen Aspekte wie Gesundheit und persönliche Präferenzen eine wichtige Rolle. Generell sollte dir bewusst sein, dass dieser Entschluss sehr vielschichtig ist und meistens nicht einfach beantwortet werden kann.
- Die hormonelle Verhütung bietet dir eine hohe Sicherheit und kann sich in bestimmten medizinischen Fällen wie z. B. Endometriose positiv auf Beschwerden, dein Blutungsmuster und dein Wohlempfinden auswirken. Dennoch verursacht die hormonelle Verhütung wie mit der Pille und auch der Hormonspirale systemische Nebenwirkungen und birgt auf eine lange Anwendungszeit hin gewisse Gesundheitsrisiken.
- Die hormonfreie Verhütung kann mindestens genauso sicher sein: Mehr dazu in unserem Artikel
Pearl-Index: Verlässlichkeit von Verhütungsmitteln erklärt. Der wichtigste Punkt hierbei ist, dass die hormonfreie Verhütung dir eine natürliche Körpererfahrung möglich macht, während du vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt bleibst. Oft besteht der Wunsch nach einer körperbewussten Verhütungsmethode, die im Einklang mit dem natürlichen Zyklus funktioniert. In diesem Fall bieten sich Verhütungsmethoden wie eine Kupferspirale, darunter auch die Kupferkette GyneFIX® sowie Barrieremethoden (Kondom / Frauenkondom, Diaphragma) als Ergänzung zur natürlichen Familienplanung an.
Eine umfassende Beratung mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt hilft dir dabei, eine Entscheidung zu treffen.
Bei der Suche nach einer passenden Verhütungsmethode solltest du dich fragen, wie viel Aufwand du bereit bist, für deine Verhütung aufzubringen. Meistens ist diese Frage eng mit deinem Lebensstil verknüpft.
- Verhütungsmethoden mit wenig Aufwand wie die Kupferkette GyneFIX® bieten dir den Vorteil, dass du nicht täglich und bei jedem Geschlechtsverkehr daran denken musst. Viele schätzen ein fit-and-forget-Prinzip, besonders dann, wenn man eher einen hektischen Lebensalltag hat.
- Verhütungsmethoden mit mehr Eigeninitiative wie die NFP-Methoden, aber auch die Verwendung von Kondomen oder dem Diaphragma, benötigen Disziplin und Sorgfalt. Hier spielen Planung und eine stetige Aufmerksamkeit eine große Rolle. Ein regelmäßiger und zuverlässiger Lebensstil ist für diese Methoden von Vorteil. Manche Frauen berichten, dass sie den höheren Aufwand und die intensivere Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und der Partnerschaft als positiv wahrnehmen.
Wichtig bei dieser Entscheidung ist, dass du dich ehrlich fragst, wie viel Bequemlichkeit du brauchst und wie intensiv du dich zukünftig mit deinem Zyklus auseinandersetzen möchtest. Zusätzlich spielt auch die aktuelle Lebenssituation eine entscheidende Rolle.
Das eigene Sexualleben ist sehr persönlich und wird von jedem unterschiedlich gestaltet. Bei wechselnden Partnern und Partnerinnen spielen jedoch der gesundheitliche Aspekt und die Frage nach der Verantwortung eine nochmals größere Rolle. Das liegt daran, dass das Risiko für Infektionen davon abhängt, mit wie vielen verschiedenen Personen eine Frau und ihr Partner Sexualkontakte haben. Deshalb kommt in diesem Fall zusätzlich zum Verhütungsaspekt noch der Schutz der eigenen Gesundheit hinzu. Bis heute sind das Kondom und das Frauenkondom die einzigen Verhütungsmittel, die in dieser Hinsicht Schutz bieten. Darum solltest du zu deinem Schutz immer zusätzlich mit Kondom verhüten!
Bedenke allerdings, dass eine Verhütung, die ausschließlich auf Kondomen basiert, keinen sehr zuverlässigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft bietet. Es ist daher sinnvoll, das Kondom als Ergänzung zu einer bereits bestehenden Verhütungsmethode zu verwenden.
Heutzutage gewinnt auch die Beziehung zwischen unserem Verhalten und der ökologischen Vertretbarkeit immer mehr an Bedeutung. Viele wünschen sich, nach nachhaltigen Standards handeln und entscheiden zu können. Wiederverwendbare Verhütungsmittel wie eine Hormonspirale oder Kupferspirale oder ein Diaphragma können da mit ihrer Langwirksamkeit punkten. Spielt das Thema Nachhaltigkeit für dich eine große Rolle, solltest du auf hormonelle Verhütungsmethoden eher verzichten. Hormone zählen auch als Abfallprodukt und landen meistens im natürlichen Wasserkreislauf, da sie über unsere Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können. Die Verwendung von Kondomen produziert generell viel Müll und kommt oft nicht ohne Tierversuche aus, allerdings gibt es auch hier Ansätze und Marken, die Alternativen schaffen und tierversuchsfrei und vegan herstellen.
Am besten schneiden jedoch die Kupferkette, eine Kupferspirale, Goldspirale und die natürliche Familienplanung (NFP) ab. Bei den IUD (Intrauterine Devices) überzeugt vor allem auch die lange Anwendungszeit hinsichtlich des Nachhaltigkeitsaspekts. Die Kupferkette kann einmal eingesetzt, je nach GyneFIX® Modell, bis zu 5 oder sogar 10 Jahre ohne Sicherheitsverlust angewendet werden. Das kommt demnach auch der Langzeitwirtschaftlichkeit entgegen hinsichtlich eines Kostenprofils, das vielen anderen Verhütungsmitteln voraus ist und über die Jahre gerechnet monatlich günstiger abschneidet: Mehr dazu in unserem Artikel Was kostet die Kupferkette GyneFIX®?
Im Praxisfinder kannst du gezielt nach einer GyneFIX®-Praxis suchen, die deinen individuellen Vorstellungen für die Einlage entspricht.
Direkter Wechsel von Kupferball zu GyneFIX®: Ablauf
Nachdem der Kupferball mithilfe der Rückholfäden, die in die Vagina hineinreichen, entfernt wurde, musst du nicht lange auf dein neues Verhütungsmittel warten. In einer der vielen GyneFIX®-Praxen lässt sich der Kupferball entfernen und die Kupferkette GyneFIX® im selben Termin einsetzen. Sofern du das vorhast, halte im Vorhinein Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, damit alle Vorkehrungen rechtzeitig getroffen werden. Darunter auch mögliche schmerzlindernde Maßnahmen, durch Medikamente oder örtliche Betäubung, die dir die Einlage angenehmer machen, falls du das wünschst.
Die Gynäkologin oder der Gynäkologe wird per Ultraschall ausmessen, wie dick die Gebärmutterwand am oberen Ende der Gebärmutter (Fundus) ist. Für die sichere Verankerung der Kupferkette muss die Fundusdicke mindestens 11 Millimeter betragen. Außerdem muss eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen sein. Je nach Größe deiner Gebärmutter und deiner Lebenssituation wird das individuell passende Modell gewählt: GyneFIX® 200, GyneFIX® 330 oder GyneFIX® 10.
Der Verhütungsschutz besteht unmittelbar nach der Einlage, jedoch gibt es einige Verhaltensregeln, an die du dich in den ersten Wochen nach der Einlage unbedingt halten solltest. Lies dazu unseren Artikel Die ersten Wochen mit GyneFIX®
Was sagen Frauen, die vom Kupferball zur Kupferkette gewechselt sind?
Die Erfahrungen aus unseren Registrierungen zeigen, dass 2,1 % der Kupferkette-Anwenderinnen zuvor mit Kupferperlen-ball verhütet haben. Wir haben Statements und Erfahrungsberichte der betroffenen Frauen gesammelt und die alles ungefiltert veröffentlicht.
GyneFIX® direkt nach dem Kupferball: kein Verrutschen mehr
FAQ: Häufige Fragen zu Kupferball entfernen
Die Entfernung des Kupferballs kann kurz unangenehm sein, viele Frauen empfinden den Schmerz aber als deutlich geringer als bei der Einlage. Habe im Hinterkopf, dass das Schmerzempfinden von Frau zu Frau stark variiert, und lasse dich von negativen Erfahrungsberichten deiner Mitfrauen nicht zu sehr abschrecken.
Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass das Entfernen einer Kupferkette im Vergleich zur Entfernung des Kupferballs deutlich sanfter ausfällt. Das liegt daran, dass der Kupferball über ein sogenanntes Formgedächtnis verfügt und damit etwas mehr Widerstand leistet, wenn er durch den Muttermund gleitet, als das filigrane GyneFIX® Modell.
Grundsätzlich kann jede gynäkologische Praxis in Deutschland den Kupferball über den Rückholfaden entfernen.
Ein direkter Wechsel vom Kupferball auf die Kupferkette GyneFIX® ist oft im selben Termin möglich, wenn deine Gebärmutter die dafür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt. Bedenke, dass die Kupferkette von geschulten Frauenärztinnen und Frauenärzten eingesetzt wird und informiere dich im Vorhinein in einer GyneFIX® Praxis in deiner Nähe.
Nein, bloß nicht. Die Entfernung muss von einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen durchgeführt werden. Das ist wichtig, um Verletzungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass das komplette Verhütungsmittel entfernt wird.
Ja. Genau wie bei allen Verhütungsmitteln auf Kupferbasis kehrt deine Fruchtbarkeit sofort wieder zurück. Du kannst theoretisch noch im selben Monat schwanger werden. Wenn du nicht schwanger werden möchtest, solltest du dich vor der Entfernung für ein neues Verhütungsmittel entscheiden oder vorübergehend auf mechanische Verhütung zurückgreifen.
Ja. Viele Frauen mit Kupferball berichten von stärkeren und längeren Menstruationsblutungen sowie Zwischenblutungen. Ist der Kupferball entfernt, so gehen diese Beschwerden vollständig zurück und die Periode pendelt sich wieder auf ihrem natürlichen Niveau ein. Das bedeutet, sie wird wieder so, wie du sie vor dem Kupferball kanntest.
Das Risiko, dass der Kupferball teilweise oder vollständig aus der Gebärmutter rutscht (Ausstoßung), liegt nach Herstellerangaben bei unter 5 von 100 Frauen. Gemeldet wurden in der Praxis 3,5 von 100 Fällen, meist in den ersten Wochen nach der Einlage. Für Frauen, die noch nie schwanger waren, ist das Risiko, dass der Ball verrutscht, höher. Bedenke, dass du regelmäßig kontrollieren lassen solltest, ob der Kupferball korrekt positioniert ist, damit ein sicherer Verhütungsschutz gewährleistet wird.¹²³
Der direkte Wechsel von Kupferball auf Kupferkette findet im selben Termin in einer GyneFIX®-Praxis statt. Zuerst entfernt die Ärztin oder der Arzt den Kupferball mit einem Ziehen am Rückholfaden. Danach wird sie oder er deine Gebärmutter erneut per Ultraschall ausmessen, um sicherzugehen, dass die Fundusdicke mindestens 11 mm beträgt. Sofern diese Voraussetzung weiterhin erfüllt ist, führt die Gynäkologin oder der Gynäkologe die Kupferkette über ein schmales Röhrchen durch den Gebärmutterhals ein und verankert den Ankerknoten im oberen Gebärmuttermuskel. Die gesamte Prozedur dauert nur wenige Minuten und du musst dich nicht zweimal in deiner Frauenarztpraxis vorstellen.
Quellen
¹OCON Medical Ltd. (2023): IUB™ Ballerine® MIDI-Intrauterinpessar, Informationen für Patientinnen (Gebrauchsinformation), PILB_DE_DE Rev. 04, April 2023. Vertrieb in Deutschland: Dr. Schittenhelm Pharma GmbH & Co. KG. Abrufbar unter: https://www.kupferperlenball.de/downloads/ (abgerufen am 22.10.2026)
²OCON Medical Ltd. (2020): Update: Global Real-World Experience Q3/20, IUB™ Ballerine® MIDI (Herstellerdaten auf Basis von Einlagen und Vigilanzmeldungen 2015 bis Q3/2020). Abrufbar unter: https://www.kupferperlenball.de/downloads/ (abgerufen am 22.10.2026)
³Lukes AS, Dial S, Dart C, Peipert JF (2023): Spherical Ball-Shaped Intrauterine Device Long-Acting Reversible Contraception: Post-marketing Pharmacovigilance Assessment. EMJ Repro Health 9[Suppl 1]:2-10. DOI 10.33590/emjreprohealth/10309507. Abrufbar unter: emjreviews.com (abgerufen am 22.10.2026)
⁴DGGG, OEGGG, SGGG (2023): S2k-Leitlinie Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung, AWMF-Registernummer 015-095, Version 1.1, Stand Dezember 2023, S. 121 und 128. Abrufbar im AWMF-Leitlinienregister unter der Nummer 015-095.