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Verhütung bei Uterusfehlbildung

Bei Uterusfehlbildungen gilt die klassische Kupferspirale (T) wegen erhöhtem Verrutschrisiko oft als Kontraindikation. Die Kupferkette GyneFIX®
hat durch ihre direkte Verankerung im Gebärmuttermuskel einen anderen Ansatz. Ob sie im individuellen Fall geeignet ist, erfordert eine genaue gynäkologische Diagnose nach dem ESHRE/ESGE-Klassifikationssystem.

So häufig kommen Uterusanomalien vor

Uterusfehlbildungen betreffen 3 bis 4 % aller Frauen in der reproduktiven Lebensphase. Klinische Studien berichten teilweise auch von höheren Zahlen bis zu einer Häufigkeit von 6,7 % in der Allgemeinbevölkerung. Ihr Einfluss auf den Verlauf einer Schwangerschaft und Geburt ist noch weitgehend unerforscht. Es ist wichtig zu beachten, dass viele Frauen mit Gebärmutterfehlbildung nie diagnostiziert werden, da sie möglicherweise keine Symptome haben oder ihre Anomalie keine Auswirkungen auf ihre reproduktive Gesundheit hat. In den letzten Jahren hat sich die Diagnostik aber deutlich verbessert, z. B. mittels verbesserter Ultraschallmöglichkeiten. Da von Schwangerschaften bei liegenden Spiralen in Zusammenhang mit Uterusfehlbildungen berichtet wurde, ist die intrauterine Verhütung bei Uterusanomalien strittig.

Kontraindikation für die Verwendung von Spiralen

Uterusfehlbildungen gelten vonseiten der Hersteller häufig als Kontraindikation für die Verwendung von Spiralen, unter anderem weil bei Uterusfehlbildungen ein Verrutschen der Spirale häufiger beobachtet wird. Auch die Möglichkeit einer Verhütung mit der Kupferkette GyneFIX® muss zuvor sorgfältig geprüft werden. Es gibt verschiedene Arten von Uterusanomalien, bei denen unterschiedliche Verhütungsempfehlungen gelten. In jedem Fall sollte die Entscheidung in Absprache mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen, der die individuellen Risiken und Umstände berücksichtigen kann, getroffen werden.

Die ESHRE/ESGE-Klassifikation von Uterusanomalien

Bei einer Uterusfehlbildung ist es wichtig, die genaue Art und den Schweregrad zu kennen, um die passende hormonelle oder hormonfreie Verhütungsmethode zu wählen. Die European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) und die European Society for Gynaecological Endoscopy (ESGE) haben ein umfassendes Klassifikationssystem entwickelt, das Ärztinnen und Ärzten hilft, Uterusfehlbildungen präzise einzuordnen und so die individuell beste Therapie- und Verhütungsempfehlung zu geben. Die ESHRE/ESGE-Klassifikation ist ein modernes und international anerkanntes System zur Einteilung von Fehlbildungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Es ermöglicht eine präzise Beschreibung von Uterusanomalien, indem es verschiedene anatomische Aspekte berücksichtigt und kategorisiert. Ergänzend werden bei dieser Klassifikation auch Fehlbildungen des Gebärmutterhalses (C) und der Vagina (V) berücksichtigt, die für die Gesamtbeurteilung relevant sein können.

ESHRE/ESGE-Klassifikation der Uterusanomalien: Eignung für Spirale und GyneFIX®
Klasse Bezeichnung (ESHRE/ESGE) Eignung Spirale (T-förmig) Eignung GyneFIX®
U0 Normaler Uterus geeignet geeignet bei Fundusdicke ≥ 11 mm
U1 Dysmorpher Uterus
(z.B. Uterus arcuatus)
geeignet geeignet bei Fundusdicke ≥ 11 mm
U2 Septierter Uterus (Uterus septus) vollständig oder partiell möglich, erhöhtes Risiko für Ausstoßung / Blutungsstörungen
Bei Cavum-Deformität: U4
nur nach Septumsdurchtrennung empfohlen
U3 Bikorporealer Uterus (Uterus bicornis) vollständig oder partiell Erschwerte Einlage, erhöhtes Verrutsch-/Ausstoßungsrisiko
Cavum-Deformität: Kategorie 4
Individuelle ärztliche Ermessensentscheidung, keine generelle Herstellerempfehlung
U4 Uterus hemiuterus (einhörnige Gebärmutter, Uterus unicornis) Einlage ggf. erschwert durch geringe Uterusgröße, erhöhtes Risiko für Blutungsstörungen / Ausstoßung geeignet bei Fundusdicke ≥ 11 mm (häufig nicht gegeben)
U5 Aplasie (fehlende Gebärmutter) nicht möglich nicht möglich
U6 Seltene, untypische oder kombinierte Befunde, die keiner der Klassen U1-U5 eindeutig zugeordnet werden können Keine allgemeine Aussage möglich Keine allgemeine Aussage möglich

Erklärung: Die ESHRE/ESGE-Klassifikation unterteilt Uterusfehlbildungen in sieben Hauptklassen (U0-U6). Der vollständig geteilte Uterus mit doppeltem Gebärmutterhals (früher Uterus didelphys) gehört fachlich korrekt zur Klasse U3b in Kombination mit der Zervix-Unterklasse C2, nicht zur Restklasse U6. U6 ist ausschließlich für seltene Einzelfälle reserviert, die sich keiner der übrigen Klassen eindeutig zuordnen lassen. Nach WHO-/US-MEC gilt jede Uterusanomalie, die das Cavum uteri in einer mit der Spiraleneinlage unvereinbaren Weise verformt, unabhängig von der ESHRE/ESGE-Klasse als Kategorie 4 (unvertretbares Risiko). Eine gesicherte Zuordnung ist nur durch bildgebende Diagnostik (3D-Ultraschall, MRT, Hysteroskopie) möglich.

Quellen:
US MEC for Contraceptive Use, Centers for Disease Control and Prevention (CDC), 2024, Kategorie „Anatomical abnormalities: Distorted uterine cavity"
Herstellerangaben GyneFIX® (Fundusdicke-Kriterium ≥ 11 mm)
Grimbizis GF, Gordts S, Di Spiezio Sardo A, et al. The ESHRE/ESGE consensus on the classification of female genital tract congenital anomalies. Hum Reprod. 2013;28(8):2032–2044. DOI: 10.1093/humrep/det098

Stand: Juli 2026 | Hinweis: Diese Tabelle ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte sprich mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen über die für dich geeignete Verhütungsmethode. Fragen zur Kupferkette GyneFIX® kann eine im Praxisfinder gelistete Praxis am verlässlichsten beantworten. Dort betreuen Ärztinnen und Ärzte regelmäßig GyneFIX®-Patientinnen und können dich auf Basis dieser Erfahrung individuell beraten.

Diagnostik nach der ESHRE/ESGE-Klassifikation

Die korrekte Klassifizierung einer Uterusfehlbildung erfordert moderne bildgebende Verfahren. Insbesondere der 3D-Ultraschall, die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Hysteroskopie können detaillierte Einblicke in die Anatomie der Gebärmutter geben und ermöglichen eine verlässliche Zuordnung nach der ESHRE/ESGE-Klassifikation.

Die genaue Diagnosestellung ist der erste Schritt für eine sichere Verhütung bei Uterusanomalien. Erst wenn die individuelle Ausprägung der Fehlbildung bekannt ist, kann eine Empfehlung bezüglich der Eignung verschiedener Verhütungsmethoden, primär intrauteriner Systeme wie der Kupferkette GyneFIX®, gegeben werden: In unserem Praxisfinder kannst du nach einer GyneFIX®-Praxis suchen, die deine individuelle Situation fachlich korrekt beurteilen und nächste Schritte einleiten kann.

Bedeutung für die Verhütung

Die genaue Klassifizierung einer Uterusfehlbildung nach dem ESHRE/ESGE-System ist entscheidend für die Auswahl der geeigneten Verhütungsmethode. Je nach Klasse und Schweregrad einer Uterusanomalie können unterschiedliche Risiken bei der Verwendung intrauteriner Verhütungsmittel bestehen. Bei einer Klasse U1 Fehlbildung wie dem Uterus arcuatus ist die Verhütung mit Spiralen meist problemlos möglich, während bei komplexeren Fehlbildungen wie dem Uterus bicornis (Klasse U3) oder dem Uterus unicornis (Klasse U4) das Risiko für Komplikationen wie Ausstoßung oder verminderte Verhütungssicherheit erhöht sein kann.

Die detaillierte Einteilung hilft Ärztinnen und Ärzten, das individuelle Risiko für Nebenwirkungen, Ausstoßungen und Verhütungsversagen besser einzuschätzen und so eine fundierte Beratung zu ermöglichen. Dies ist besonders wichtig, da Uterusfehlbildungen vonseiten der Hersteller als Kontraindikation für die Verwendung von Spiralen gelten.

GyneFIX® bei Uterusfehlbildung: Eignung individuell prüfen lassen

Ob GyneFIX® bei deiner Art der Fehlbildung geeignet ist, hängt von der genauen Ausprägung und dem Ultraschallbefund ab. Im Praxisfinder findest du eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen in deiner Nähe, der die Eignung beurteilen kann.

[Liste] Diese Uterusfehlbildungen gibt es

Ein Uterus arcuatus ist eine Fehlbildung der Gebärmutter, des Uterus, bei welcher der Fundus uteri eingedellt ist. Klassifiziert wird er als U1a: T-förmiger Uterus (schmale Gebärmutterhöhle durch verdickte Seitenwände). Es ist die leichteste Form einer Uterusfehlbildung. In einfachen Ausprägungen bleibt diese Fehlbildung oft unerkannt. Dementsprechend ist die Verhütung mit einer klassischen Kupferspirale oder Hormonspirale problemlos möglich. Bei dieser Fehlbildung ist kein erhöhtes Ausstoßungsrisiko bekannt. Solltest du mit der Kupferkette GyneFIX® verhüten wollen, ist es wichtig, dass die Fundusdicke mindestens 11 mm beträgt.

Der Uterus unicornis ist eine vergleichsweise seltene Anomalie der Gebärmutter, bei der das Organ nur ein funktionsfähiges Horn bereitstellt. Das zweite Horn ist entweder nicht oder nur rudimentär ausgebildet. Das Einsetzen einer Spirale kann hier aufgrund der Größe der Gebärmutter schwierig werden und auch das Risiko für Blutungsstörungen und eine Ausstoßung ist erhöht. Bei gut liegender Spirale gibt es jedoch keine Einschränkungen hinsichtlich der Verhütungssicherheit. Die Kupferkette GyneFIX® kann nur bei einer ausreichenden Fundusdicke von 11 mm oder mehr eingesetzt werden. Leider ist dies bei dieser angeborenen Anomalie oft nicht der Fall. 

Uterus bicornis

Der Uterus septus ist eine Fehlbildung der Gebärmutter, bei der die Uterushöhle (Cavum uteri) geteilt in zwei Hälften vorliegt. Die äußere Form der Gebärmutter ist dabei nicht verändert. Frauen, die solch eine Fehlbildung der Gebärmutter haben, haben vermehrt Fehlgeburten. Zunächst einmal ist die Einlage einer Spirale auch bei dieser Anomalie möglich. Allerdings ist das Risiko für Blutungsstörungen und eine Ausstoßung auch hier erhöht. Sollte der explizite Wunsch nach einer intrauterinen Verhütung bestehen, kann im Falle eines Uterus septus eine Septumdurchtrennung in Betracht gezogen werden. Für die GyneFIX® gilt Folgendes: Ein Septum verhindert das mittige Einsetzen der Kupferkette, wodurch die Verhütungssicherheit nicht gewährleistet ist. Nach einer erfolgten Septumdurchtrennung, um in der Zukunft die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, könnte die Kupferkette eingesetzt werden und uneingeschränkt wirken. 

  • Zur Septumdurchtrennung: In früheren Jahren war die Behandlung eines Gebärmutterseptums eine sehr aufwendige operative Behandlung. Mithilfe der Hysteroskopie ist es heute möglich, diese Septen sehr schonend zu entfernen. Die Gynäkologin oder der Gynäkologe dringt mit dem Resektoskop in die Gebärmutterhöhle ein und durchtrennt das Septum mit einer elektrischen Nadel. Es resultiert hieraus  eine typische Form der Gebärmutterhöhle.

Der Uterus bicornis ist eine relativ häufige Fehlbildung der Gebärmutter, die mit einer von außen sichtbaren Spaltung der Gebärmutter einhergeht. Diese Fehlbildung ist auch bekannt als herzförmige Gebärmutter. Je nach Ausprägung wird diese Anomalie als U3a bis c klassifiziert. Es ist je nach Stärke der Teilung eine große Herausforderung, eine Spirale einzusetzen. Das Risiko für ein Verrutschen oder Ausstoßen der Spirale ist erhöht und entsprechend das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft. Die unvollständige Fusion des Fundus macht es unmöglich, eine Septumresektion durchzuführen.  Die Kupferkette GyneFIX® kann hier eine geeignete Lösung sein, dies liegt allerdings im Ermessen der Frauenärztin oder des Frauenarztes und wird vom Hersteller nicht allgemein empfohlen. Du kannst uns aber in diesem Fall gerne per Mail kontaktieren unter info@gynlameda.de

Uterusfehlbildung Spirale

Ein vollständig geteilter Uterus hat in der stärksten Ausprägung die Duplizität von Corpus und Cervix uteri zur Folge. Ob eine Spirale zur Verhütung infrage kommt, kann nicht allgemein beantwortet werden. Hier gilt es, den Nutzen gegenüber den Risiken genauestens abzuwägen. Ist keine andere hormonelle oder hormonfreie Verhütungsmethode möglich, kann in beide Hälften der Gebärmutter eine Spirale gelegt werden. Das Risiko für Ausstoßungen und Blutungsstörungen ist hier ebenfalls erhöht. Für die Kupferkette kann keine abweichende Empfehlung ausgesprochen werden.

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Du brauchst vorab mehr Informationen? Nimm online an unserem Zoom-Meeting mit Experte Dr. Ansgar Pett teil. Er blickt auf über 30 Jahre Erfahrung mit GyneFIX® zurück.

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Unser Experte Dr. Ansgar Pett geht beim Online-Infoabend via Zoom auf deine Fragen rund um die GyneFIX®  ein.

gynaekologe dr ansgar pett